Hawaii 2009



Ich habe mich auf den 10.10.2009
vorbereitet wie noch nie zuvor. Habe 8 Wochen strenge Diät
gehalten, war drei Wochen im Trainingslager auf Fuerteventura. Habe
mich 9 Tage vorher hier auf die Insel begeben. Ich bin gesund
geblieben während der gesamten Vorbereitung. Es hat also alles
im Vorfeld gepasst. So bin ich auch sehr positiv in das Rennen
gegangen. Wie viele wissen war es mein Traum unter die Top 10 zu
kommen.

Das Schwimmen war für mich sehr
gut. Ich habe mich etwas abseits aufgestellt um der großen
Schlägerei zu entkommen. Nach etwa 1 km habe ich mich einer
Gruppe mit Timo Bracht und Markus Fachbach angeschlossen. Ich war
happy mit den beiden aus den Flute zu steigen. Auf den ersten 60 km
Radkilometern waren wir eine 4er Gruppe mit Timo, Michael Lovato,
Patrick Vernay und ich. Das Tempo war hoch (ca. 280 Wattt), doch wir
machten auf die Spitzengruppe keinen „Boden“ gut. An einer
Verpflegungsstelle verabschiedete sich Timo nach vorne und die
anderen beiden nach hinten. So nahm ich einen Gang raus und versuchte
etwas Energiesparender über die Runden zu kommen. Da wir auf dem
Hinweg leichten Gegenwind hatten freute ich mich auf einen schnellen
Rückweg. Doch da habe ich mich ein wenig zu früh gefreut.
Denn nur auf den ersten 30 Kilometern des Rückwegs hatten wir
einen schönen Schiebewind, dann blies uns wieder ein „Lüftchen“
entgegen. So bin ich als 32ter vom Rad gestiegen, hatte mir aber noch
ein paar Körner für den abschließenden Marathon
aufgehoben. Die ersten 16 Kilometer auf dem Alii Drive bin ich genau
in meinem Plan gelaufen ca. 4:10 min/km, habe mich dabei auch sehr
locker gefühlt. Doch als es in die „Hitzehölle“ -
Energielab ging, das ist meiner Meinung die beste Beschreibung für
das was sich dort abgespielt hat, war an ein durchlaufen nicht mehr
zu denken. Bei der Wettkampfbesprechung hatten sie uns schon vor
extremen Temperaturen gewarnt. Sie sagten 120° Fahrenheit voraus
(knapp 50°C) und wir sollten extra dicke Schuhe anziehen. Im
Energielab angekommet hat es mir erst den Magen-Darmtrakt „umgedreht“
und ich verbrachte einige Minuten in einer ca. 80°C warmen Dixie.
In diesem Moment hätte ich am liebsten aufgegeben und ein Bad im
50 m entfernten Meer genommen. Ich musste mir eine neue Strategie
einfallen lassen um noch die letzten 13 km bis ins rettende Ziel zu
schaffen. Zu beginn einer Verpflegungsstation stehen immer Fässer
mit Eiswasser und Schwämmen. Doch die „normale Wasserkühlung“
reichte mir schon lange nicht mehr. Ich war völlig überhitzt.
So tauchte ich meinen gesamten Oberkörper in das eiskalte Fass
und steckte mir so viel Eis wie nur irgend möglich war in meinen
Einteiler. Diese „Bäder“ und das ausgiebige Verpflegen haben
meine Marathonzeit (3:17) natürlich gedrückt, anders hätte
ich es aber nicht geschafft! So bin ich nach gut 9 Stunden glücklich
als 30ter Mann über die Ziellinie gelaufen. Eine Frau von einem
anderen Planeten war ebenfalls noch vor mir. Mein Glückwunsch
geht natürlich an die Gewinner, aber alle Finisher waren gestern
tolle Sieger.

Auch wenn ich mein Ziel nicht erreicht
habe, bin ich sehr zufrieden mit meiner Leistung. Vielleicht sollte
ich doch mal in mein Ausweis schauen, denn meine Altersklasse hätte
ich wieder mit mehr als 20 Minuten Vorsprung gewonnen.

Einen Dank geht noch mal an alle die
mich in der zurückliegenden Saison so toll unterstützt
haben und die mir diese Erlebnisse ermöglicht haben. Diese
Eindrücke kann man mir nicht mehr nehmen. Mein herzlichen Dank!

Aloha!

Euer Frank